Harmonie der Geschlechter

Der Kampf zwischen Yin und Yang, der weiblichen und männlichen Energie,

scheint ewig zu währen wie der Kampf der Geschlechter, der auch niemals ein Ende findet.

Tatsächlich verwenden die Weisen die Metapher vom Kampf oder Krieg, um den Liebesakt zu erläutern.

 

Für manche Menschen stellt die Liebe einen leidenschaftlichen Kampf um Überlegenheit und Unterwerfung des anderen dar; dem Weisen war und ist sie eher ein legitimes Spiel der Gegensätze. Im Idealfall sollte man mit spielerischem Geist in den Kampf der Geschlechter ziehen: Man will den Partner nicht besitzen, sondern hofft, seinem Anmut und seiner empfänglichen Energie mit ergänzendem Können und Kraft zu begegnen.

Leider scheinen heutzutage nur Wenige den Liebesakt mit einem solchen Taktgefühl anzugehen; die meisten Männer werden vielmehr binnen weniger Minuten von der Frau hoffnungslos geschlagen.

Dieses Versagen beruht auf dem taktischen Ungeschick, mit dem Beide mit den männlichen Geschlechtsorganen und der Sexualenergie umgehen.

Die Gesetze der Liebesstrategie sind gründlich missverstanden worden, so dass der Mythos entstehen konnte, dass der Durchschnittsmann eine leidenschaftliche Frau niemals wirklich befriedigen könne.

In Wirklichkeit kann dieser Durchschnittsmann seine Partnerin mit absoluter Gewissheit befriedigen. Wenn nämlich Beide gelernt haben, mit den Kräften diszipliniert umzugehen.

Ohne besondere Schulung neigt der Mann dazu anzugreifen. Schließlich ist er im Besitz der Angriffswaffe. Die Frau neigt dagegen zur Verteidigung. Sie schützt sich, ohne sich zu verausgaben. Wenn der Mann wie wild angreift und seinen Samen erschöpft, bricht er zusammen. Und die Frau wird vielleicht immer noch begierig darauf sein, weiterzumachen, selbst wenn sie es aus Nettigkeit leugnet und ihren Gegner «schont».

Es geht vor allem um eins: Der Mann muss aufhören, seine Sexualenergien zu vergeuden. Sobald der Samenverlust aufhört, ist die Frau ihm auch nicht mehr überlegen. Stattdessen trifft sie in ihm auf einen gleichwertigen Gegner und erleidet keine Enttäuschung mehr.

Der Mann dagegen braucht sich nicht mehr zu verausgaben und dann gedemütigt zurückzuziehen. In ihm wird das Gefühl bleiben, auf einen starken, guten Gegner getroffen zu sein.

Auf diese Weise kann die Frau die Grenzen ihrer erotischen Fähigkeit erreichen und ist bereit, wirklich Frieden mit ihrem Gegner zu schließen.

Aus diesem Grund raten die Weisen, zuerst die taktischen Waffen einzusetzen, die strategischen aber in der Reserve zu halten. Mit anderen Worten: zuerst Finger, Zunge und andere Körperteile benutzen, bevor der Penis ins Gefecht geführt wird.

Durch einen zärtlichen und geschickten Gebrauch der anderen Glieder beim Vorspiel können Männer Ihre Partnerin in einen Zustand höchster Aufnahmebereitschaft versetzen, und das ist der erste Schritt auf dem Weg zur Gleichrangigkeit gegenüber einem, an sich überlegenen, Gegner.

Bei einem solchen Vorspiel werden sich die Brüste der Frau heben, ihre Atmung wird heftiger, und es kommt zu erhöhter Drüsensekretion. Man(n) sollte abwarten, bis die Schamlippen feucht sind, bevor er seine Hauptwaffe einsetzt. Der Geliebten Zeit lassen, bis sie sich voll im Zustand der Liebesempfänglichkeit befindet, um dann in sie einzudringen.

Der Kampf zwischen Mann und Frau ist beendet, wenn beide erkennen, dass keiner «gewinnen» kann. In diesem Augenblick erlangen beide die Freiheit, sich hinzugeben und ihre tiefsten Gefühle der Liebe zueinander auszutauschen - denn ihre Verwundbarkeiten haben sich gegenseitig aufgehoben, und die Furcht vor dem Verlieren ist neutralisiert.

Basis dazu ist die Sexualenergie gekonnt einzusetzen – der Samenerguss nach Außen beendet den Kampf. Impulse hierfür bieten die Anleitungen „Enerchi - Atmung“, „Enerchi - Kompression“, „Vitalkreislauf“, „Emporziehen“ und „Multi - Orgasmus“.

 

feuer_wasser

 

 

Multi - Orgasmus: Das subtile Gleichgewicht zwischen polaren Energien

Wie erlangt man diesen Punkt der Zärtlichkeit, da beide Liebende einander freudevoll geben und voneinander Leben empfangen?

Auf dem Papier liest sich so etwas wunderbar, doch was geschieht mit all den Spannungen, die der Arbeitstag oder eine Auseinandersetzung mit dem Partner über die Frage, ob sie wieder arbeiten gehen soll oder nicht, mit sich gebracht haben? Wie hält man die Politik des Alltags aus dem Schlafzimmer fern?

„Simply Love“ bietet Ihnen praktische Methoden, sich der körperlichen Liebe mit dem Ziel zu nähern, den Strom der Yin- und der Yang-Kraft ins Gleichgewicht zu bringen.

Als erstes sollten Sie verstehen, dass in dieser Sexualpraktik das Prinzip der Polarität dominiert. Erkennen Sie, dass die Energien von Yin und Yang keine getrennten Kräfte sind: Sie stellen ein und dieselbe Energie dar, nur mit unterschiedlicher Polung. Keine von beiden existiert jemals ohne die andere, beide befinden sich stets in einer fließenden Bewegung, wie ein Pendel, das hin und her schwingt; sie werden mal kalt, mal heiß, und wenn sie die vollkommene Mitteltemperatur erreicht haben, kommen sie zum ausgleichenden Stillstand.

Man könnte auch ein anderes Bild wählen und Frau und Mann als die zwei Seiten einer Münze betrachten. Während des Liebesaktes dreht sich die Münze mit großer Geschwindigkeit, wird zu einer Kugel und verschmilzt beide Seiten miteinander zu einer einzigen.

Auf diese Weise können Frau und Mann «eins» werden: Sie erkennen, dass der Strom der Sexualenergie unentwegt zwischen ihnen fließt und ihnen beiden gehört. Jeder der Liebenden befindet sich am anderen Ende des polaren Stroms.

Erreicht der Austausch von „Red Enerchi“ eine bestimmte Intensität und ein gewisses Gleichgewicht, beginnen die Körper der beiden Liebenden zu vibrieren und zu pulsieren, als stünden sie unter Strom. Sie verlieren das Gefühl für ihre feststofflichen Körper. Mit einem Mal ist jeder der beiden eine Säule aus vibrierender Energie, die durch das Energiefeld des Liebespartners in einem makellosen Gleichgewicht gehalten wird.

Dies ist ein totaler Orgasmus von Körper und Seele, ein sogenannter „Multi - Orgasmus“.

Das kämpfende Ego schrumpft zu seiner wahren Größe zusammen, zu einem winzigen Sandkorn, und stimmt zögernd in den Chor ein, im Ozean des feinstofflichen Universums, der das «ich» in rhythmischen Wellenbewegungen überflutet.

Viele haben eine gewisse Ahnung von diesem Zustand, aber nur wenige können diese Erfahrung teilen, weil sie die Energie aus ihrer Hälfte des polaren Felds entladen, indem sie ejakulieren und / oder die  Orgasmus - Energie nach Außen abgeben.

Doch das ist nicht der wahre Orgasmus; es ist mehr ein Fortspülen von Unbehagen, das „Erlösende“ übererregter Energie, die keinen anderen Ausweg als den ins Freie findet. Der wahre Orgasmus tritt ein, wenn Frau und Mann gemeinsam weiterpulsieren. Dann vollendet ihre Sexualenergie einen vollen Kreislauf zwischen ihren beiden magnetischen Polen und lässt sie erfüllter und aufgeladener zurück als vorher.

Dieser Kreis ist vollkommene Harmonie die ineinanderfließt. Der Strom der Sexualenergie allein kann diesen Kreis nicht vollenden, dazu bedarf es auch der Liebe.

Der Geist soll an der Sexualität mit voller Aufmerksamkeit teilhaben.

Es genügt nicht, wenn der Mann sein Glied einfach nur in die Scheide einer Frau einführt, ohne sie mit dem Herzen zu lieben und genauso umgekehrt. Das ist so, als würde man zwei Hufeisenmagnete eng aneinander halten, sie sich aber nur mit jeweils einem Pol berühren lassen: Der andere Pol will ebenfalls angeschlossen sein, damit die magnetische Anziehung vervollständigt wird. Erst wenn sowohl die positiven als auch die negativen Pole von Frau und Mann verbunden sind, lässt sich ein kraftvoller und stabiler Energiestrom herstellen.

Deshalb macht Sex ohne Liebe auch unglücklich.

Sie verbinden nur eine Hälfte von sich mit der Frau, noch dazu die niedere. Der Energiefluss im Kreislauf wird unterbrochen. Sie können so viel Sex haben, wie Sie wollen - ohne diesen totalen Fluss zwischen Yin und Yang wird Ihr tiefsitzendes Bedürfnis nach Ganzheit niemals befriedigt werden können.

Wenn Frau und Mann ihre eigene Lebenskräfte verfeinern und nach oben leiten, um es durch Meditation und Liebe zu einer wirklich hohen Stufe weiterzuentwickeln, können sie eine Polarität erzeugen, die einen Supermagneten entstehen lässt und noch viel höhere, feinere geistige Energien durch ihren Körper strömen lässt.

Solche Erfahrungen sprengen die Fesseln individuellen Vergnügens und Empfindens und führen über die reine Befriedigung des persönlichen Egos hinaus, um beide Partner in einen völlig andersartigen Seinzustand zu geleiten.  

Liebevolle Liebespraktik hilft den Menschen, ihre natürliche Entwicklung zu beschleunigen, zu intensivieren und zu stabilisieren.

Der Tiefe und Intensität ihrer Gesundheit und Liebe sind keine Grenzen gesetzt.

Auf jeder höheren Stufe begegnet man wieder neuen spirituellen Herausforderungen. Die Harmonie der Polarität führt über die Pole von Mann und Frau hinaus, und schließlich wird man sich des Spiels der Gegensätze zwischen Himmel und Erde bewusst.

Die Weisen wissen, dass diese hohe Stufe der Harmonie eine greifbare Erfahrung ist, die der Mensch immer erleben kann. Sie nennen sie die «Unsterblichkeit». Sie bereiten sich darauf vor, indem sie ihre Sexualenergie bewahren und ihren Geist in harmonischen Einklang mit ihrem Liebespartner bringen. Auf diese Weise wird der Liebesakt zu einem Weg der Verehrung und Anbetung im Tempel des Körpers und der Seele des Liebespartners.

 

Der Einfluß der Liebesstellung auf den Energiestrom

Das Thema Liebesstellungen wurde bewusst ausgespart, weil es dazu schon viele andere Informationsquellen gibt.

Der Schlüssel zur Wahl der richtigen Liebesstellung liegt im Wissen um die verborgenen Gesetze des Energiestroms. Behalten Sie die folgenden Punkte im Gedächtnis, dann können Sie jede gewünschte Energie erschaffen:

1.

Für Entspannung und Harmonie sollte Gleiches an Gleiches gelegt werden: Bauch an Bauch, Hand an Hand, Mund an Mund, geöffnete Augen an geöffnete Augen usw.

2.

Zur Stimulierung und Erregung sollte Ungleiches an Ungleiches gebracht werden: Mund an Genitalien, Genitalien an After, geöffnete Augen an geschlossene usw.

Die Kunst des Liebens besteht darin, stimulierende und harmonisierende Stellungen zu einem sublimen Tanz zu verweben.

 

Förderung der Ausdauer

Diese nützliche Technik der Gedankenbeherrschung ist gleichzeitig eine Atemübung.

Zählen Sie langsam von eins bis hundert, und dulden Sie dabei keinen anderen Gedanken in Ihrem Geist. Verbinden Sie eine tiefe, harmonische Unterleibsatmung mit dem Zählen: ein tiefes Ein- und Ausatmen zählt zusammen als eins.

Das ist nicht halb so einfach, wie Sie glauben. Die meisten Menschen können kaum bis zehn zählen, ohne abgelenkt zu sein. Schweift Ihr Geist ab, beginnen Sie wieder bei 1, bis Sie 100 ohne unerwünschte Gedanken erreicht haben.

Diese Methode beruhigt nicht nur den aufgewühlten Geist, sie hilft Ihnen auch, Selbstkontrolle zu entwickeln, die Grundlage zur Vermeidung der Ejakulation.

Haben Sie keine Erfahrung mit Entspannungsübungen, wird es Ihnen schwerfallen, den Drang zu zügeln. Üben Sie das Zählen bis 100 zweimal am Tag. Nach einer Weile gewissenhaften Übens sollte es Ihnen gelingen, den Geist klarwerden zu lassen und auch die heftigste Aufgewühltheit und Aufregung mit einigen Atemzügen, aus der Tiefe des Beckenbodens heraus, zu besänftigen.

Das Zählen bis 100 wird Ihnen auch helfen, ihre Energie zu steuern, sich abzukühlen, wenn sie zu heiß geworden ist. Um den Samen einzubehalten, müssen Männer willentlich die überschüssige Hitze aus dem Genitalbereich zurückziehen können. Durch regelmäßiges Üben werden Sie die Ejakulation viel leichter verhindern können, als Sie es selbst für möglich hielten.

Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den höheren Formen der Liebeskunst.

Wissen allein ist nutzlos, vielleicht sogar schädlich.

Es führt nur zu Selbstzufriedenheit, die jeden Zweifel ausschließt und die praktische Erfahrung an wirklichen Ereignissen und Menschen verhindert.

Man sollte vielmehr Erkenntnis durch die Praxis lebendig machen.

Die meisten Bücher zur Kunst des Liebens begraben den Leser unter einem verwirrenden Wust von Methoden.

Es scheint weitaus sinnvoller, einige wenige erstklassige Methoden zu erlernen, diese dafür aber gründlich und detailliert. Natürlich sind wir mit einer Vielzahl anderer Techniken vertraut. Die Erfahrung hat jedoch gelehrt, dass man bei dieser Praktik leicht scheitert, wenn wir mit Informationen überladen werden.

Ein Boxer, der zwanzig verschiedene Hiebtechniken kennt, versagt meistens vor einem Gegner, der nur zwei oder drei kennt, sie aber bis zur Perfektion entwickelt hat.

Meistern Sie zuerst die Grundprinzipien der Liebeskunst, indem Sie die Energie mit Hilfe dieser Techniken in Ihrem Körper zu lenken verstehen; dann können Sie nach Ihrem Willen im Bett improvisieren.

Bis Sie eine gewisse Selbstbeherrschung erlangt haben, benutzen Sie ihn nur für taktische Zwischenspiele. Ist eine Frau eingestimmt, wird ihr schon die bloße Berührung durch den Penis mehr bieten als zahllose leidenschaftliche Stöße ohne richtiges Vorspiel.

Reife ist alles! Ein reifer Apfel schmeckt besser und ist nahrhafter als zehn unreife. Nur wenn eine Frau für das Empfangen des Penis reif ist, kann sie Ihre Yang-Essenz mit jeder Faser ihres Leibes würdigen und lieben.

 

 

zurück zur Übersicht